Просим Ваших молитв! О здравии: Святейшего Патриарха Кирилла, митрополитов Пантелеимона, Исидора, Игнатия, Кирилла, Викентия, Даниила, Георгия, Иосифа, Филарета, Александра, Феодосия, архиепископов Евгения, Зосимы, Марка, епископов Максима, Тихона, Сергия, Германа, Феогноста, схиархимандрита Илия архимандрита Олега, игумена Стефания, протоиереев Александра, Александра, Димитрия и Георгия, иеромонахов Иоанна Михаила и Диомида, иереев Вячеслава, Андрея, Андрея, рабов Божиих Тамары, Андрея, Александра, Александры, Ксении, Костаса, Елизаветы, Антония, Георгия, Елены, Валерия, Екатерины, Георгия, Екатерины, Наталии, Людмилы, Константина, Юрия, Валентины, Василия, Екатерины, Татианы, Василия, Екатерины, Димитрия, Татианы, Елены, Ольги, Николая, Никиты, Анны, Надежды, Елизаветы, Алексея, Наталии, Андрея, Николая, Михаила, Николая, Лидии, Георгия, Александра, Николая, Николая, Михаила, Андрея, Пантелеимона, Павла, Елизаветы, Марии, Никиты, Илии, Татианы, Петра, Георгия, Бориса, Сергия, Сергия, Александра, Николая, Николая со братией. Об упокоении душ рабов Божиих: Юрия, Галины, Александра, Татьяны, Валентины, Димитрия, Евдокии, Леонида, Анны, Александры, Анны, Татьяны, Василия, Иоанна, Димитрия, Татьяны, Леонида, Димитрия, Веры, Ларисы, Ксении, Якова, Василия, Пелагии, Варвары, Димитрия, Григория, Иоанна, Параскевы, Георгия, Андрея, Надежды, Иоанна, Владимира, Георгия, Елены, Екатерины, Елисея, Матвея, Татьяны, Иоанна, Тараса, Степана, Михаила, Герасима, Григория, Емельяна, Поликарпа, Филиппа, Панфила, Андрея, Анны, Николая, Агапа, Евстрата, Сергия, Аскольда, Марии, Надежды, Константина, Олимпиады, Анны, Марии, Клавдии, Петра, Леонида, Димитрия, Николая, Александра, Андриана, Димитрия, Марии, Тимофея, Григория, Ефросиньи, Иоанна, Ирины, Михаила, новопреставленных Германа и Александра и всех их прародителей и усопших сродников до праотца Ноя.
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Grusswort an die Besucher von Herrn Andrey Bykov

Sehr geehrte Damen und Herren!

In der Anlage zu dieser Begrüßung finden Sie den Originaltext meines Interviews für das „Handelsblatt“ mit allen bei der Veröffentlichung kupierten Stellen.

Alles was Sie in der deutschen Presse im Zusammenhang mit meinem Namen lesen, ist ein Kinderspiel im Vergleich zur schweren Krankheit der EnBW AG. Die Spitze des Konzerns versucht ein leichtes Niesen (mich) für die Ursache sämtlicher eigenen Probleme auszugeben. Lassen Sie sich nicht täuschen, schauen Sie bitte in die Wurzeln!



Wie Sie sehen, danken wir der EnBW AG. Denn dank der EnBW AG konnten wir in den vergangenen 12 Jahren recht vieles für die Überwindung des Kommunismus und der kommunistischer Denkart in Russland erreichen.

Das Konzept, welches wir mit der EnBW AG in Russland seit 2000 erfolgreich verwirklicht haben, gehört dem bekannten deutschen Verbandslobbyisten und Kölner Rechtsanwalt Manfred Strauch, dem Autor des in der FAZ erschienenen Buches „Lobbying“, der an alle seine zahlreichen Freunde stets gesagt hat: je weniger Kommunismus in Russland, desto sicherer der Wohlstand der Deutschen. Bitte überzeugen Sie sich, mit wie viel Respekt wir dieses Vermächtnis unseres im November 2000 verstorbenen deutschen Freundes Manfred Strauch erfüllt haben.

Erinnern Sie sich, wie die Deutschen im Mittelalter mit heiligen Reliquien, den Heiligen gewidmeten Kirchen und Denkmälern gegen die Pest gekämpft haben. Auch die Russen kennen diese Tradition. Genau das Gleiche tun wir seit 12 Jahren in Russland in der Stiftung des heiligen Nikolaus, um die Pest des Kommunismus endgültig auszurotten.

Wir sind bereit, in Deutschland eine Filiale unserer Stiftung zu eröffnen. Bitte melden Sie sich, wenn Sie interessiert sind, mit uns zusammen zu arbeiten.

Wir sammeln heute Geld für eine neue Kathedrale in der Stadt Ejsk im Süden Russlands. Jeder Beitrag ist willkommen!

Und vielen Dank für Ihr Interesse für unsere Arbeit!

Ihr Andrey Bykov




 

 

Herr Bykov, lange haben Sie im Streit mit EnBW geschwiegen. Nun reden Sie. Warum?



Ein Lobbyist ist gewohnt zu schweigen, nicht nur in schweren Zeiten, sondern auch zu seinen meisten Erfolgen. Das bedeutet aber keineswegs, dass Lobbyisten etwas zu verheimlichen hätten. In dem Fall EnBW AG gegen mich gab es mehr als genug einseitige Berichterstattung, die ich nicht zu kommentieren gedenke. Eine Zeitung, die ihre Leser objektiv informieren will, betrachtet immer die Standpunkte beider Seiten eines Konfliktes. Das Handelsblatt ist als erstes auf die einfache Idee gekommen, mich einfach im Büro anzurufen und um ein Treffen zu bitten. Deshalb sprechen wir heute.



Mit den Klagen gegen mich hat die EnBW AG einen strategischen Fehler begangen, indem sie mich psychologisch einschüchtern wollte. Das ist ein billiger Trick, der bei manchen auch wirken mag. Diese geben dann klein bei und werden nicht mehr gesehen. Ich hatte dazu keinen Grund, sondern war gut vorbereitet. Denn ich hatte mit der EnBW einschlägige Erfahrungen: in 2002 hatte die EnBW mir vertraglich eine Zusammenarbeit über 25 Jahre zugesichert, um keine acht Monate später diese Vereinbarung platzen zu lassen.



Stellen Sie sich vor, EnBW verspricht in mit meiner Vermittlung dem Staatsunternehmen Rosneft, 100% der notwendigen Investitionen von damals 350 Mio. USD für die 900 Milliarden Kubikmeter umfassende Erdgaslagerstätte Kharampur zu übernehmen, um dafür eine 50%ige Beteiligung zu erhalten. Dafür unterzeichnet man eigens ein trilaterales Protokoll mit der Gasprom. Und dann kommen die den EdF-Vertretern in der EnBW unterstellten Kollegen aus dem Bereich Erdgas zu den eigens nach Deutschland angereisten Delegationen von Gasprom und Rosneft und erklären, es komme zu keiner Investition. Dafür wurde den beiden Russischen Staatskonzernen eine Darlehensfinanzierung zu 25% Jahreszinsen und zwar ohne steuerliche Belastung angeboten, und diese Zinsen sollten Rosneft und Gasprom auch noch durch eine Bankbürgschaft absichern. Ich bezweifle sehr, dass die EnBW irgendwo in ihren Geschäften eine Rendite von 25% erwirtschaftet, das Angebot war offensichtlich darauf angelegt, das Geschäft platzen zu lassen. Die Russen haben nach diesem rechtlich sittenwidrigen Angebot für sechs Jahre alle Gespräche abgebrochen. Jeder in der EnBW kennt diese Story.



Vergleichbares ist im Sommer 2008 passiert, als mir am 9. Juni 2008 die EnBW in einem Strategischen Memorandum weitere 15 Jahre Zusammenarbeit zugesichert hat, um dieses Mal kaum drei Monate später ohne einen Grund dafür zu nennen diese Zusicherung aufzukündigen. Auch da ist ein grosses Geschäft geplatzt.



In Ihren Klagen hat mich das EnBW-Management als unseriösen Geschäftsmann darzustellen versucht. Die Aktionäre der Gesellschaft hat das Management durch unzutreffende Berichte zu überzeugen versucht, ich sei ein Hochstapler, obwohl dieselben Manager bei jedem persönlichen Treffen mit mir zugeben mussten, dass dies alles nicht stimmt. Herr Villis zum Beispiel war während der gesamten Dauer des Konfliktes vertraulich mit mir im Kontakt und versicherte mir, er unternehme alles Mögliche, um den Konflikt zu beenden.



Die Entscheidung des Stockholmer Schiedsgerichtes vom 25. April 2012 zeugt davon, dass die Streitigkeiten doch vor einem von der EnBW bis zum Schluss bestrittenen Hintergrund zu sehen sind und dass es sich im Grunde um geschäftliche Unstimmigkeiten zweier Parteien handelte, wie sie in Geschäftsbeziehungen nun einmal vorkommen. Nur versucht man üblicherweise, solche Probleme einvernehmlich beizulegen, was ich der EnBW sechs Mal angeboten habe. Der Versuch des EnBW Managements, mich als zwielichtigen Geschäftspartner hinzustellen, und dies sogar noch vor renommierten Schiedsgerichten, ist kein geeigneter Weg, einen Konflikt zu lösen.





EnBW sagt, Sie hatten bestimmte Leistungen im kerntechnischen Bereich, etwa Uranlieferungen, nicht erbracht und mussten deshalb 130 Millionen Euro zurückzahlen. Sie behaupten, die zugrunde liegenden Verträge seien Scheinvertrage. Eigentlich ging es stets darum, EnBW den Zugang zu russischem Gas zu verschaffen. Das müssen Sie genauer erklären.



Zu den streitigen Verträgen gibt es vertrauliche Zusatzprotokolle, von denen die Gremien der EnBW AG zum Zeitpunkt ihrer Ausfertigung offiziell nichts wissen wollten. Deshalb hat die EnBW AG ja jetzt ein amtierendes Vorstandsmitglied und drei ehemalige Manager verklagt, die an mich 130 Millionen Euro gezahlt haben - angeblich ohne Wissen und anscheinend unbemerkt von zehn zuständigen Konzernabteilungen. Formell haben die vier Verträge nukleare Themen zum Inhalt, tatsächlich wurden sie ausweislich der Zusatzprotokolle aber über Erdgasgeschäfte abgeschlossen. Das Top Management der EnBW AG scheint gar nicht zu realisieren, in welchem Masse es sich mit seiner Behauptung, Geldbewegungen dieser Größenordnungen seien in einer Deutschen Aktiengesellschaft an seiner Kontrolle vorbei erfolgt, selbst desavouiert .





Können Sie Ihre Version belegen?



Zurzeit sind noch zwei Schiedsgerichte mit der Bewertung der vertraulichen Zusatzprotokolle befasst. Nach dem Urteil des ersten Schiedsgerichts kann man aber schon sagen: In der EnBW-Spitze hat man rechtlichen Fehler gemacht: Alle Zusatzprotokolle zu den „nuklearen“ Verträgen wurden zeitgleich oder zumindest zeitnahe mit dem zugehörigen Vertrag unterzeichnet; und sie bestätigen, dass die geschuldete Leistung bereits am Tage der Unterzeichnung des Vertrages vollständig erbracht wurde. Das war notwendig, damit über das Geld verfügt werden konnte. Zwischen der Unterzeichnung der Verträge mit den Zusatzprotokollen und den Klagen bei den Schiedsgerichten sind fünf Jahre vergangen. Die EnBW anerkennt zwar die vertraulichen Zusatzprotokolle, behauptet aber in den Klageschriften, in diesen Jahren sei nichts geschehen, weshalb sie jetzt 100% „ihres“ Geldes zurückfordert. Ja was nun? Selbstverständlich wurden Leistungen erbracht und das erste Schiedsgericht hat deshalb auch die entsprechende Forderung der EnBW abgewiesen.



Interessant ist in diesem Zusammenhang die Rolle des damaligen Großaktionärs EdF, wie sie sich aus den internen Sitzungsprotokollen der EnBW-Gremien von 2010 ergeben. Nach ihnen deutet vieles darauf hin, dass es die Vertreter der EdF waren, die dieses widersprüchliche Verhalten – einerseits 100%-ges Anerkenntnis, andererseits eine 100%-ge Nichterfüllung - verlangt haben. Aus den Unterlagen des EnBW- Untersuchungsausschusses wissen wir inzwischen ja, dass die EdF in 2010 eine Mehrheit an der EnBW angestrebt hat. Die gegen von mir einst geführten Firmen angestrengten Schiedsgerichtsverfahren und die Klagen gegen vier Führungskräfte verstehe ich als ein Druckmittel auf die Deutschen Aktionäre. Nur so kann man wohl auch die Frage beantworten, warum Herr Dr. Zimmer einerseits auf Schadensersatz in Anspruch genommen wird, er aber trotzdem seit 2012 wieder Mitglied des Vorstandes der EnBW ist.



Mit diesen Verfahren wollte man wohl auch eine gewisse Pause bis mindestens Oktober 2012 bekommen, denn dann läuft die zehnjährige Verjährungsfrist für die Ansprüche der EnBW gegen ihre damaligen EdF- Manager ab.



Hätte die EnBW hier eine flexiblere, unseren seitherigen Geschäftsbeziehungen angemessenere Haltung gezeigt, so hätten wir uns schon längst außergerichtlich einigen können, was ich übrigens sechs Mal angeboten habe. Der EdF war meiner Meinung nach aus den genannten Gründen aber an einer Auseinandersetzung gelegen, und deshalb glaube ich, dass sie es war, die die EnBW zu diesem rechtlichen Fehler bewogen hat.







In einem ersten von drei Schiedsurteilen haben Sie offenbar teilweise Recht bekommen und dürfen nun 35,6 Millionen Euro behalten. Sie wurden aber auch zur Ruckzahlung von 24,5 Millionen Euro verurteilt. Wie passt mit Ihrer Version zusammen?


Es ging in Stockholm nur formell um 60 Millionen Euro. Wenn man so will, hat das Stockholmer Schiedsgericht aber eigentlich den gegenwärtig diskutierten Schadensersatzanspruch des Landes Baden Württemberg gegen die EdF von zwei Milliarden auf vierzehn Milliarden Euro erhöht. Denn das Schiedsgericht in Stockholm hat sich in Bezug auf den wertmäßig wesentlich bedeutsameren der zwei strittigen Verträge voll von meiner Darstellung des „nuklearen Konzeptes“ überzeugt. Und ich beziffere den Schaden der EnBW, der aus dem Verhalten der EdF im Oktober 2002 resultiert, auf rund zwölf Milliarden Euro. Diese Story darf seit der Entscheidung des Schwedischen Schiedsgerichts vom 25. April 2012 als gerichtlich bewiesen behandelt werden. Pikanterweise kam es ausgerechnet auf Drängen der EdF-Vertreter in der EnBW zustande.







Im Rechtsstreit geht es konkret um Verträge von 2005 bis 2008. Gab es noch mehr? Wie hoch ist das gesamte Volumen?





Für meine Modelle einer nachhaltigen Erdgasversorgung Baden- Württembergs hat mir die EnBW AG seit 2001 für insgesamt 34 Verträge über 200 Millionen Euro gezahlt. Interessanterweise werden 30 Verträge gar nicht angefochten. Ein Viertel der Summen wurde übrigens zu Zeiten von Herrn Golls, drei Viertel aber in der Zeit von der Herren Claassen und Villis bezahlt. Ich möchte es betonen: ganze vier der vierunddreißig Verträge hat die EnBW-Spitze überhaupt in Frage gestellt.





Hat EnBW eigentlich immer im Voraus gezahlt?





Nein, erst ab 2003. Nach dem Eklat im Oktober 2002 hat man zunächst versucht, mir die Schuld zuzuschieben. Doch ich besitze eine vollständige Dokumentation, die genau das Gegenteil beweist. Aber nach den Erfahrungen von 2002 habe ich ab 2003 auf 100%igen, übrigens ungesicherten Vorauszahlungen mit den entsprechenden Zusatzprotokollen zu den „nuklearen“ Verträgen bestanden.





Das klingt ungewöhnlich. Hatte EnBW die Zahlungen nicht abgesichert?


Hätte die EnBW die Zahlungen abgesichert, so könnte die EnBW diese Sicherheiten längst verwenden. Aber im Falle einer Absicherung hätte ich über die Mittel im Rahmen meiner Tätigkeit für die EnBW nicht frei verfügen können. Ziel war es, mir Geld für meine Arbeit zukommen zu lassen, deshalb hat die EnBW von mir keine Sicherheiten verlangt.





Was haben Sie mit den Geldern gemacht?


Diese Frage beantwortet am besten ein geheimer Bericht der Konzernrevision der EnBW aus 2004. Dieser Bericht ging damals an die gesamte EnBW-Spitze. Auch den heutigen Lenkern der EnBW ist er bestens bekannt, wie man dem internen Schriftverkehr in der EnBW entnehmen kann. Meine Aufgabe war es, so der Bericht der EnBW-Konzernrevision, ein für Erdgas- -_und nicht für Nuklearprojekte der EnBW in Russland günstiges Klima zu schaffen. In 600 Wochen habe ich mit meinem Team in 50 Regionen Russlands und in einigen anderen Ländern 700 wohltätige Projekte realisiert. Diese Arbeit ist auf unserer Webseite gut dokumentiert und in Russland weit bekannt.





Wusste EnBW davon?


Ja und nein. Ja, weil der die Zahlungen an uns auslösende kaufmännische Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH Wolfgang Heni als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung des heiligen Nikolaus stets alle Berichte der Stiftung bekommen hat. Und nein, weil die EnBW sich mit dieser Aktivität nie ernsthaft auseinandersetzen wollte. Das EnBW Management hielt mich anscheinend über die ganze Zeit für einen „dubiosen Geschäftsmann, aber eben mit exzellenten Beziehungen“. Die Herren wussten aus dem Markt und aus eigener Erfahrung, dass ich die gewünschten Ergebnisse bringe, sie interessierte nicht, auf welche Art und Weise ich sie erreiche. Man sollte aber nie von sich auf andere schließen.







Das heißt also, in ganz Russland stehen von EnBW finanzierte Kirchen, Denkmaler und Schulen, um ein gutes Geschäftsklima in Sachen Gas zu schaffen?


So wurde es zwischen der EnBW und mir im Jahre 2001 vereinbart. 84 Kirchen, 30 Denkmäler, die einen Sicherheitsring um Russland gebildet haben, 60 Schachschulen, eine Oper und drei weitere Orchester, Dutzende von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, 1.000.000 Bücher und Zeitschriften, 200 Konzerte, 20 große Wallfahrten und sehr vieles mehr, der 1500 Seiten umfassende 10-Jahresbericht der Stiftung ist vollständig auf der Webseite der Stiftung www.nacxa.ru zu finden.





Aber war das Klima denn schlecht?


Lieber Herr K., ich habe die Antwort auf diese Frage ganz nach oben genommen, damit der Leser gleich den Kern des Problems verstehen kann.



Später wurde es aber offenbar wieder besser. Utz Claassen, damals Vorstandsvorsitzender, wurde 2005 mit dem Orden der Stiftung ausgezeichnet und Landräte der OEW reisten zu Denkmaleinweihungen nach Russland...


Schauen Sie sich einfach die Anzahl und den Maßstab der durch EnBW in diesen Jahren finanzierten Projekte der Stiftung an. 200 Kollegen waren in Russland mit dieser Arbeit beschäftigt.





Wer genau bei EnBW wusste von den Scheinvertragen mit Ihnen?


Von den Verträgen als solchen und den Zahlungsvorgängen mussten alle in der EnBW wissen. Bei den genannten Summen kann dies gar nicht anders sein. Von den Zusatzprotokollen wussten natürlich die Manager, die diese Protokolle unterzeichnet haben und die Top-Manager der EnBW, die die jeweiligen Anweisungen zum Unterzeichnen dieser Protokolle erteilt haben.





Auch die Vorstandsvorsitzenden Goll, Claassen und Villis?


Den ersten Auftrag zur Umstellung eines Vertrages von Erdgas auf die „nukleare Schiene“ hat Herr Goll persönlich auf seinem Briefbogen der EnBW Kernkraft GmbH gegeben. Zumindest der aufschlussreiche Bericht der Konzernrevision der EnBW aus dem Jahr 2004 lag mit Sicherheit den beiden anderen Vorstandsvorsitzenden vor.





Können Sie das belegen?


Wer die entsprechende Dokumente einsehen möchte und sein Interesse begründen kann, kann sie bei der EnBW bekommen. Mich zum Beispiel würde sehr in dieser Hinsicht interessieren, was zu den Verträgen mit mir genau in den Protokollen des Vorstandes der EnBW AG von 20.9.2005, 27.9.2005, 20.9.2006, 4.10.2006 und vom 6.3.2007 steht, auf die sich zu ihrer Verteidigung jetzt anscheinend die verklagten EnBW-Manager berufen. Angesichts der gegen sie erhobenen Vorwürfe müssen diese Protokolle Informationen darüber enthalten, wer in welchem Umfang Kenntnis von diesen Vorgängen hatte.





Es soll 2006 auch ein geheimes Treffen von Ihnen mit Herrn Claassen in einem Hotel in Hannover gegeben haben. Worum ging es dabei?


In der Tat haben wir uns in Hannover getroffen. Aber da war nichts Geheimes oder Verdächtiges. Wir haben uns ganz normal über unsere Geschäftsbeziehungen unterhalten.





Herr Claassen sagt aber, er kenne Sie kaum und keinen der mit Ihnen geschlossenen Vertrage.


Wenn er Ihnen das so sagt, dann wird das nach seinem Verständnis des Wortes „kennen“ wohl so sein.





Sie sagen, bei EnBW sind schwere Managementfehler begangen worden. Was meinen Sie damit?


Ein teures Vergnügen war meines Erachtens der Versuch der EnBW, um jeden Preis in die VNG einzusteigen. Doch es gibt auch andere Themen. Schon 2004 spricht der geheime Bericht der EnBW-Konzernrevision im Zusammenhang mit den Verträgen mit mir offen von gravierenden Problemen in der Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand der EnBW AG und dem mittleren Management. Doch aus diesem Bericht wurden keine Konsequenzen gezogen. Genau aus dieser mangelhaften Zusammenarbeit der unterschiedlichen Organe der EnBW rühren die Probleme und der Bruch mit mir im Jahre 2008. Die Ebene des mittleren Managements gibt mir mündlich und schriftlich Instruktionen und der Vorstand will nachher von allem nichts gewusst haben. Vergessen Sie nicht, von welchen Geldbeträgen und vor allem Geschäften – ein Gasfeld erwirbt man nicht im Supermarkt - wir sprechen!





Die Staatsanwaltschaft Mannheim prüft Ermittlungen wegen Untreue und Steuerhinterziehung. Sie konnten ein wichtige Auskunftsperson sein. Haben die Staatsanwälte sich schon gemeldet?


Durch die Klagen gegen mich wird immerhin anerkannt, dass mein Ansehen auch in der EnBW trotz alledem so hoch ist, dass man mich mit milliardenschweren Fragestellungen befassen kann. Der Abschluss von 34 – und nicht nur von vier- Verträgen mit der EnBW und alle folgenden Beschlüsse wurden selbstverständlich kollegial getroffen, ich konnte wegen meiner Stellung als Außenstehender lediglich Beschlüsse vorschlagen, aber keine durchsetzen. Trotzdem bleibt bemerkenswert, dass man diese Probleme der EnBW allein auf mich übertragen zu können glaubte. Das gilt auch heute noch für viele in Deutschland. Ich bin allerdings sicher, dass die deutschen Strafverfolgungsbehörden auch ohne mich längst ein genaueres Bild der Lage innerhalb der EnBW haben.





Wurden Sie denn den Staatsanwalten Rede und Antwort stehen?




Ich bin kein Gegner der EnBW, der ihr schaden will. Wir waren über lange Jahre hinweg und sind noch heute Partner, wir sind Kollegen. Wenn jemand mit Dreck beworfen wird, dann doch in der Regel nur, um einen konkreten Zweck zu verfolgen oder von etwas anderem abzulenken. Dies ist ein ebenso alter wie billiger Trick. Zwischen uns stehen nur die ja durchaus üblichen Schiedsgerichtsverfahren, die aber einmal enden werden.





Sie sprechen von einem Vernichtungsfeldzug gegen Sie. Wer führt diesen und warum?


Dazu habe ich mich bereits geäußert. Sollte der Untersuchungsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg zur EnBW die Protokolle der Ad hoc-Arbeitsgruppe des EnBW-Aufsichtsrates zu den Verträgen mit mir aus dem Jahre 2010 verlangen und anhand von ihnen die Rolle von Herrn Gerard Roth, dem Deutschland-Chef der EdF, analysieren, und die Anwälte einer weltweit angesehenen Kanzlei befragen, die auf 1000 Seiten die Begründung der Klagen gegen mich ausgearbeitet haben, zu der protokollierten Einflussnahme auf sie von Seiten der Anwälte der EdF befragen, so wird er die Version der damaligen CDU- Regierung bestätigt finden, dass die EdF an einer Veränderung der Aktionärsstruktur der EnBW ein Interesse hatte.



Die Klagen gegen mich und gegen die vier eigenen Manager wurden nach meiner Kenntnis von den Vertretern der EdF in der EnBW initiiert, welche sich durch den provozierten Verhandlungsabbruch und den damit einhergehenden Affront einfach eine günstigere Ausgangsposition für eine Übernahme der Mehrheit der Aktien erhofft hatten.



Aber EdF ist doch mittlerweile bei EnBW ausgestiegen. Warum sollte sich EnBW noch einem Diktat der Franzosen beugen?


Nicht der Konzern EnBW AG beugt sich, die meisten in der EnBW sind moralisch auf meiner Seite, dem Diktat der EdF beugt sich wenn dann nur eine Gruppe im Top-Management der EnBW. Welche Gründe diese Gruppe hat, diese Frage sollten denen dann doch die Aktionäre der EnBW stellen.





Stimmt es, dass Sie EnBW mittlerweile angeboten haben, Gelder zurückzuzahlen?


Ich habe der EnBW immer wieder Vorschläge zu einer einvernehmlichen Lösung gemacht. Alle sechs Angebote für insgesamt 200 Millionen Euro wurden anfänglich von dem zuständigen mittleren Management gutgeheißen, später dann aber ohne Angabe von Gründen von der EnBW-Spitze abgelehnt. Genau dieses Verhalten bringt mich dazu zu unterstellen, dass das Top-Management der EnBW in Bezug auf mich ganz andere Ziele verfolgt als die behauptete Kompensation vermeintlicher Verluste.



Zwei Monate vor den Klagen habe ich zum Beispiel für den Uranhandel der EnBW ein verbindliches Angebot abgegeben, für die gesamte Dauer des gültigen Vertrages von der Preisformel eines Einzeleinkäufers zur Formel für einen Großhändler zu wechseln. Damit könnte die EnBW je nach Entwicklung des Marktes zwischen 27,2 und 41,1 Mio. USD einsparen und damit den im Stockholmer Verfahren geltend gemachten Verlust von 24,5 Mio. Euro leicht kompensieren. Zwei Manager der EnBW Kernkraft GmbH waren eigens dazu in Zürich, haben das Angebot und das Geschäft verstanden und auch akzeptiert, doch mussten sie sich wenige Wochen später der Entscheidung der Muttergesellschaft EnBW beugen und Klagen einreichen.



Noch einen ganz frisches Ereignis: Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der EnBW AG Dr. Hoffmann kommt am 23. Januar 2012 um 18 Uhr zu einem Termin in das Russische Honorarkonsulat in Stuttgart. Und ich nehme an, er wusste genau, warum er gekommen ist. Hier hätte der Konflikt mit einem Mal gelöst werden können. Doch als Herr Dr. Hoffmann meiner ansichtig wurde, verließ er die Verhandlungen. Dies erinnert an das Verhalten ertappter Kinder. Ich ziehe es in geschäftlichen Beziehungen immer vor, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, um sich ernsthaft mit Problemen auseinanderzusetzen. Das Top Management der EnBW ist daran aber offensichtlich nicht interessiert. Deshalb muss ich annehmen, sie haben einfach andere Aufgaben.





Warum?


Einige Geschäftsleute, die die negativen Presseberichten gegen mich gelesen haben, stellen der EnBW die Frage: „Wenn dieser Mann wirklich so ein Finanztalent ist, warum bietet ihr ihm nicht einfach einen ordentlichen Job an? Wenn er aber so unseriös handelte, wie ihr es jetzt behauptet, warum habt ihr dann mit ihm 20 Jahre zusammengearbeitet und 34 Verträge über dreistellige Millionenbeträge abgeschlossen? Nachdem die EnBW diese Fragen nicht schlüssig beantworten kann, neigt man auch in der Deutschen Wirtschaft immer mehr dazu, meiner Darstellung – und damit der Wahrheit – Glauben zu schenken. In diesem Sinne trägt die EnBW weiter zu meinem guten Ruf bei. Sie hat also eine unerwartete und sicher nicht erwünschte Wirkung erzielt. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten in geschäftlichen Fragen kann man mir kein kritikwürdiges Verhalten der EnBW AG gegenüber vorwerfen. Ich habe sogar verschiedene Vorschläge für eine einvernehmliche Beilegung aller offenen Fragen angeboten. Ich habe nie gegen die EnBW Krieg geführt. Ja, ich spreche davon, dass man bei der EnBW Probleme in der Organisation der Arbeit hat usw. Das bedeutet aber nur, dass ich meine Meinung über bestimmte interne Abläufe zum Ausdruck bringe. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mit der EnBW gerne weitere 20 Jahre zusammenarbeiten würde. Auch in guten Familien wird ab und zu gestritten.





EnBW war im Übrigen nicht der einzige deutsche Geschäftspartner von Ihnen in Sachen Gas. Sie haben etwa geholfen, Wingas ins Leben zu rufen. Und Sie haben später Eon/Ruhrgas eine 3,5 prozentige Beteiligung bei Gazprom verschafft. Haben sich die ehemaligen Geschäftspartner mal wieder bei Ihnen gemeldet?


Eingeweihte Branchenkenner, die die Zusammenhänge zwischen den misslungenen Einstieg der EnBW in die VNG und den Durchsuchungen in sämtlichen Gasprombüros in Europa sehen, verstehen sehr wohl, in welchem Maße die seit 2010 angespannte Situation bei der Erdgasversorgung Deutschlands auf das damalige Verhalten der EnBW-Spitze zurückzuführen ist. Hinter den Anzeigen gegen Gasprom an die Behörde von Herrn Öttinger sehen einige die EnBW. Gaskrieg bedeutet aber Gaskrieg und dieser ist inzwischen für manches deutsche Unternehmen zu einem teuren Vergnügen geworden.





Hat Ihr Ruf als Türoffner in Russland Schaden genommen?


Lobbyistik ist das Schachspiel der Wirtschaft. Kein Türoffner bekommt zwei Hundert Millionen Euro. Seit 20 Jahren führe ich erfolgreich eine ökonomische Boutique. Ich entwickle und verkaufe asymmetrische Branchen- und länderübergreifende Kooperationsmodelle und in vielen Fällen setzte ich diese auch selbst durch. Es ist wohl eine Ironie des Schicksals, dass der gegen mich gerichtete Informationsfeldzug das Gegenteil bewirkt hat. Meine private Webseite erreichte mehr als eine Million Seitenaufrufe pro Monat, über zwanzig Tausend Firmen haben sich da registriert, was ich als einen Vertrauensbeweis ansehe. Man sollte also besser Geschäftsleute nicht für Dummköpfe halten. Sie vermögen auch zwischen den Zeilen zu lesen und aus Informationskampagnen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Scherzhaft könnte kann sagen, dass nach den Ergebnissen der Gerichtsverfahren mit der EnBW mein Ruf 200 Millionen Euro an Wert zugenommen hat. Das öffnet mir unerwartet die Tür zum exklusiven Kreis prominenter europäischer Lobbyisten. Genau deswegen besuchen immer mehr Kunden meine Webseite, und ich bin heute voll mit Arbeit ausgelastet.





Wollen Sie gerichtlich dagegen vorgehen?


Würde ich die Notwendigkeit sehen, meinen Namen zu verteidigen, würde ich dies tun. Denn mein mit der EnBW schon 2001 vereinbartes und seither auch erfolgreich umgesetztes Lobbying-Modell - und dies geht klar aus den Büchern der Stiftung des Heiligen Nikolaus hervor -, hat einen mit 700 in 50 Regionen Russland sichtbaren Projekten einen wesentlichen Beitrag zur Überwindung alten Denkens, zur Überwindung der Mentalität korrupter Apparatschiks beigetragen. Gerade deshalb mich in die Nähe dieser Überbleibsel früherer Zeit zu rücken zu versuchen, dieser Versuch verlangt nicht nach einem Richter, sondern schon eher nach einem Psychiater.





Herr Bykov, vielen Dank für das Gespräch.

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